Orchester

Besetzung

Den Kern des Orchesters bildet ein Stamm von etwa 30 Streichern. Die Mitspieler sind qualifizierte Laienspieler aus unterschiedlichsten Berufsgruppen. Für größere Projekte steht ein Kreis von befreundeten Bläsern zur Unterstützung bereit. Etwa 70 fördernde Mitglieder sorgen für die notwendige finanzielle Basis.

In der Zeit seines Bestehens hat das Collegium Musicum in über 200 weltlichen und geistlichen Konzerten, darunter drei großen Oratorien und zwei Opern, öffentlich musiziert.

Die Proben finden regelmäßig, außer in den Schulferien, donnerstags um 19:45 Uhr in der Liebfrauenschule in Bensheim statt.

Das Collegium Musicum Bergstraße ist Mitglied im 'Bund Deutscher Liebhaberorchester' (BDLO), einem Dachverband für Amateurorchester in Deutschland.



Spielen Sie ein Streichinstrument? Suchen Sie nach einer Möglichkeit, interessante Orchesterwerke zu spielen? Wir würden uns über neue Mitspielerinnen und Mitspieler sehr freuen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unseren Ansprechpartner, Herrn Roland Schiemann, oder nehmen Sie per e-mail mit uns Kontakt auf.


Unser Dirigent Michael Kopylevych

Michael Kopylevych

Michael Kopylevych hat im Herbst 2006 die Leitung des Orchesters übernommen. Er wurde 1945 in der Ukraine geboren. In den Jahren 1951-1971 erhielt er seine Ausbildung an der Spezialisierten Musikschule und am Konservatorium Lemberg als Dirigent und Pianist.

Danach war er in verschiedenen Städten der Ukraine als Dirigent und Dozent engagiert: bis 1986 an der Musikhochschule in Drogobytsch und dort auch am Musik- und Schauspieltheater, 1986-88 am Theater für Drama und Musikcomedie in Sumy, danach Dozent an der Musikhochschule in Lemberg und in Ternopyl. Er komponierte viele Theatermusiken und Übertragungen. 1993-2000 war er Leiter des Lemberger Kammerorchesters "Camerata" und bereiste mit ihm Deutschland, Ungarn, Italien und Polen.

Im Herbst 2000 ist er nach Deutschland übersiedelt und lebt seitdem in Heppenheim.



Die Historie des Collegium Musicum Bergstraße

Bereits in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bestand in Bensheim ein Kammerorchester, das von dem Geigenlehrer Adam Rettig, Mitglied des Bach-Quartetts Heidelberg, geleitet wurde. In den sechziger Jahren löste sich das Orchester jedoch auf, und nur um Kantor Schoof bildete sich ein kleiner kirchenmusikalischer Kreis. Nach einer Probe dieses Instrumentalkreises entstand im Herbst 1966 der Gedanke, dass in einer solchen Region doch genügend Musikliebhaber wohnen müssten, um ein ordentliches Orchester entstehen zu lassen. Peter Küntzel, der kurz zuvor ans AKG gekommen war, und seine Freunde Volker Seitz und Hans-Jörg Geißler nahmen Kontakte auf und begannen im Januar 1967 mit einem kleinen Kammerorchester regelmäßige Proben. Nach einem Test in der Kirche in Reichelsheim konnten sie im darauffolgenden November als 'Neues Kammerorchester Bensheim' ihr erstes Konzert geben.

Schwerpunkt war natürlich zunächst Barockmusik und Frühklassik. Man war fleißig und wurde besser, das Publikum ermutigte das Unterfangen. So konnte 1971 ein Verein gegründet und ein endgültier Name gefunden werden: Das 'Collegium Musicum Bergstraße' war geboren. Die ersten sinfonischen Besetzungen wurden gewagt, und mit Bachs 'Weihnachtsoratorium' ein erstes Oratorium in Angriff genommen. Drei bis vier Konzerte gab Peter Küntzel jährlich im Parktheater und erarbeitete immer wieder geistliche Abendmusiken und Begleitungen in den Kirchen der Region. Eine große Zahl von jungen Solistinnen und Solisten konnte er dabei dem Publikum vorstellen.

Zwei Höhepunkte waren Peter Küntzels Aufführungen von Glucks 'Orpheus' 1985 und 'Iphigenie' 1989 mit dem Schwanheimer Singkreis von Volker Seitz. Auch wuchsen Schwierigkeit und Niveau der Werke zunehmend, sogar an Dvoraks und Tschaikowskis Streicherserenaden wagte man sich heran.

Als Peter Küntzel 1991 in den Ruhestand trat und bald darauf nach Darmstadt zog, war die Zeit abzusehen, dass ihm die Belastung zu groß wurde. Im Jahr 1994 legte er nach einem großen Abschiedskonzert zum großen Kummer der Bensheimer Musikanten den Dirigierstab aus der Hand. -- Er ist uns heute ein hochwillkommener Zuhörer.

Schließlich war Volker Seitz, der das Orchester ja auch mitgegründet hatte, 1996 bereit, die Leitung zu übernehmen. Damit änderte sich auch der Stil: Die Musik des 19. Jahrhunderts trat in den Vordergrund, so beispielsweise die 5., 6. und 8. Sinfonie von Schubert, oder Beethovens Erste. Presse und Publikum akzeptierten den Wandel und belohnten ihn durch regen Zuspruch. Mit drei Konzerten jährlich hat sich die Arbeit eingependelt; gelegentlich lädt die Schwanheimer Kirche das Orchester und seine Freunde zu Gast.

Nach langer, schwerer Krankheit ist Volker Seitz im Oktober 2007 verstorben.

Michael Kopylevych, der das Orchester seit Herbst 2006 leitet, hat die Traditionen von Peter Küntzel und Volker Seitz verknüpft und erweitert; das Orchester spielt unter seiner Leitung aus den Epochen Barock, Klassik und Romantik. Sein professionelles Können und sein Temperament haben das Engagement der Spieler befeuert, neue Mitglieder angezogen und die Leistung des Orchesters deutlich verbessert. Der wiederholte Einsatz der Bläser der Musikschule Bensheim hat den Klang des Ensembles stetig homogener werden lassen.